Herzlich willkommen bei Panagiotis Gekas.

Mein Name ist Panagiotis Gekas. Ich wurde 1938 in Áno Parakálamos, einem Dorf im Distrikt Epiros, bestehend aus nicht mehr als drei Dutzend Häusern, einer Schule und einer Kirche, 49 Kilometer nordwestlich von Ioannina, geboren. Im Alter von 10 Jahren musste ich mein Heimatdorf über Nacht verlassen. Ich war ein Kind des Paidomazoma (griechisch ).

Die Jahre 1949 bis 1980 verbrachte ich in Ostdeutschland. Von 1980 bis 1989 lebte und arbeitete ich in Westdeutschland. Seit 1989 lebe ich in Deutschland. Nachdem ich nun seit insgesamt 58 Jahren in Deutschland lebe, ohne dass ich einen einzigen Augenblick daran gedacht habe, mich einbürgern zu lassen und formell ein deutscher Grieche zu werden, gehe ich davon aus, dass ich mit den Jahren ein Bürger geworden bin, der im Traum einige Zeit in Griechenland und in der Wirklichkeit die meiste Zeit in Deutschland verbringt. Es mag sein, dass es Menschen gibt, die auf diese oder eine andere Art heimatlos geworden sind und darunter leiden. Vielleicht nützt es ihnen ein wenig, wenn ich ihnen sage, dass das Leben nirgends auf der Welt uninteressant sein muss.

Als Kind des Paidomazoma fällt es mir nicht leicht, diesen Begriff in Zusammenhang mit jener historischen Episode gegen Ende des griechischen Bürgerkrieges, 1948/1949, da Tausende Kinder, zu denen auch ich gehörte, ihrer Heimat beraubt wurden, zu verwenden. Ich finde nicht das richtige Wort für dieses dramatische Erlebnis, einen anderen, passenderen Ausdruck für unseren – Weggang aus Griechenland. Ich frage mich: Haben wir Kinder damals Griechenland verlassen, sind wir irgendwohin übergesiedelt, hat man uns verschleppt, aufgelesen und weggebracht, oder gingen wir, was für ein Unsinn, freiwillig in die Emigration?

Die autobiographischen Skizzen beinhalten zum einen meine griechische Kindheit, die dramatischen Erfahrungen im Herbst 1948 und schließlich die Stationen meines zweiten Lebens in der Diaspora. Sie scheinen stellenweise frei zu sein von der Last der geschichtlichen Ereignisse, was, in Erinnerung an Lord Byrons Verse, durchaus in meiner Absicht lag:

„Und wenn ich sterblicher Dinge lache,
So ist es, weil ich Tränen nicht finde …“

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